Nachdem wir nun seit ein paar Wochen unterwegs sind und uns jeden Tag aufs Neue mit Kosten für Essen, Getränke und Übernachtungen auseinandersetzen, habe ich eine deutliche Verschiebung meiner Wertwahrnehmung entdeckt.

Und das nicht nur mit dem Wechsel vom relativ teuren München zum vergleichsweise sehr preiswerten Thailand, sondern auch im Vergleich zur bayerischen Hauptstadt hochpreisigen Australien.

Ich habe im Folgenden ein paar beispielhafte Preise aufgeführt, die unsere typischen Ausgaben in Thailand und Australien widerspiegeln:

Thailand vs. Australien

  • Großes Bier/Chang: 90 Baht/2,60€ vs. 9 AUD/6,30€
  • Pad Thai: 90 Baht/2,50€ vs. 11 AUD/7,80€
  • Übernachtung: 500 Baht/14,10€ vs. 75 AUD/53€

Auch in der zweiten Woche in Australien habe ich immer noch Schwierigkeiten, mich an die für Australier völlig normalen Preise zu gewöhnen – und das, obwohl wir wahrlich keine typischen Budget-Traveller sind. Empfand ich in Thailand ein großes Bier für 90 Baht teilweise schon als vergleichsweise teuer im Landesdurchschnitt, lassen mich die hiesigen Preise in Australien für ein Glas Bier (das hier wohlgemerkt 400ml und keine 600ml wie in Thailand enthält) staunend an der Bar stehen.

Diese starke Verschiebung der Wertwahrnehmung bzw. der Zahlungsbereitschaft habe ich bisher in keinem Land so stark an mir beobachten können. Besonders interessant ist dieses Phänomen für mich auch deshalb, weil ich mich in meinem beruflichen Alltag intensiv mit der Frage beschäftigt habe, was Menschen für bestimmte Güter oder Dienstleistungen maximal zu zahlen bereit sind. Oder anders ausgedrückt: wie hoch der maximal zu erzielende Preis ist.

Wesentlich dabei ist, dass die Zahlungsbereitschaft in jedem Land unterschiedlich ist – und genau das beobachte ich auch gerade am eigenen Leib: meine Preiswahrnehmung, -bewertung und Zahlungsbereitschaft verschiebt sich, je nachdem, in welchem Land bzw. in welchem Kontext ich mich gerade bewege, sehr stark.

Neben meinem reinen Preiswissen, meinem Interesse daran und meiner tatsächlichen Preisbewertung fließt zudem eine motivatonale Komponente mit ein, die ebenfalls meine Zahlungsbereitschaft beeinflusst. So empfinde ich beispielsweise die Kosten für ein Glas Bier in Australien als geradezu unfair im Vergleich zu dem, was ich dafür erhalte.

Natürlich will ich an dieser Stelle nicht verschweigen, dass man natürlich auch in Thailand sein nötiges Kleingeld loswerden kann, wenn man in den entsprechenden Luxusressorts oder Privatinseln logiert – aber auch dann spielt der Fairnessgedanke eine Rolle.

Ich bin gespannt, wie sich meine Wertwahrnehmung im Laufe unsere Reise weiter verändern wird – aber die Erfahrung ist es definitiv wert, soviel steht bereits heute fest.

Written by Sabrina

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